Met

Mjød

Dänischer Met in starker Entwicklung

Als Metbrauer begegnen wir sowohl großem Interesse als auch großer Unkenntnis über einen Weintyp, der tiefe historische Wurzeln in Dänemark und den anderen nordischen Ländern hat.

Met umfasst alle Weintypen, die man brauen kann, bei denen der Alkohol grundsätzlich durch die Gärung von Honig entsteht. Der Prozess ist derselbe, wie man ihn aus jeder anderen Weinproduktion kennt; doch während man beim Traubenwein mit verschiedenen Rebsorten und beim Fruchtwein mit unterschiedlichen Obstsorten arbeitet, haben Metbrauer freie Hand, den Honig mit Obst, Beeren, Kräutern und Gewürzen zu mischen. Hinzu kommt, dass man mit verschiedenen Honigsorten arbeiten kann, die nach den Blüten schmecken, von denen die Bienen gesammelt haben.

Das bedeutet, dass Met ein enorm breites Geschmacksuniversum bietet und in unterschiedlichen Alkoholstärken und Süßegraden erhältlich ist – von sehr süß bis hin zu trockenen Varianten.

Mjød

Die verschiedenen Mettypen

Im Verhältnis zu internationalen Standards gibt es eine Reihe von Metkategorien: Sack – hierbei handelt es sich um eine reine Gärung aus Wasser und Honig. Typischerweise ein sehr süßer Mettyp.

Pyment – ein Traubenmet, bei dem Traubenmost und Honig vergoren werden. Ein Stil, den die alten Römer entwickelt haben. International erkennt man auch einen Weißwein, der mit Honig nachgesüßt wurde, als Pyment an, doch hierzulande würden wir das wohl nicht als Met gelten lassen.

Cyser – ein Apfelmet, bei dem mit Apfelmost aus Tafel- oder Cideräpfeln und Honig gearbeitet wird. Melomel – hierbei wird mit verschiedenen Arten von Beeren und Früchten gearbeitet.

Metheglin – hierbei wird mit Kräutern gearbeitet, typischerweise Kräutern, denen ein heilender/gesundheitlicher Wert zugeschrieben wird.

Hippocras – hier ist der Met mit z. B. Ingwer, Süßholzwurzel, Zimt etc. gewürzt.

Braggot – hierbei wird mit Malz und Honig gearbeitet.

Mjød

Der Rohstoff Honig

Der Rohstoff für Met ist Honig, und deshalb beschäftigen wir Metbrauer uns damit, welche Honigsorten uns zur Verfügung stehen. Honig enthält eine Reihe verschiedener Zuckerarten, von denen einige vergärbar sind und andere nicht. In Honig finden sich: Fruchtzucker, Traubenzucker, Rohrzucker, Malzzucker und andere Zuckerarten, die von den Blüten abhängen, von denen die Bienen gesammelt haben. Außerdem enthält Honig Duft- und Aromastoffe sowie Proteine. In Dänemark haben wir keine großen, einheitlichen Blühflächen, daher erhalten wir typischerweise eine ausgewogene Mischung, während man im Ausland z. B. Orangenblütenhonig bekommen kann. In Dänemark gibt es Rapshonig, einen hellen, nahezu geschmacksneutralen Honig, Lindenhonig, der nach Nadelbaum schmeckt, Weißklee- und Sommerhonig, die typischerweise einen höheren Fruchtzuckergehalt haben, sowie Heidehonig.

Honig war (und ist) eine knappe und kostbare Ressource, für die man früher mit wütenden Bienen kämpfen musste, um an ihren Honig zu gelangen. Wo es möglich war, hat man daher den honigvergorenen Wein zunehmend durch auf Trauben oder anderes zuckerreiches Obst vergorenen Wein ersetzt.

Die Produktionszeit für Met beträgt typischerweise 9–12 Monate, und Qualitätsmet wird umso besser, je älter er wird. Häufig liegt der Alkoholgehalt bei etwa 15 % und er wird als Dessertwein verwendet, wobei er je nachdem, welche säuregebenden Zutaten eingesetzt wurden, süß oder halbsüß wahrgenommen wird.

Et glas mjød

Der neue Met-Trend

Früher – und damit meinen wir erst die Zeit um 2010 – wurde man typischerweise mit Met der Typen Sack und Hippocras in sehr süßen Varianten konfrontiert, plus Met, der mit einem ordentlichen Schuss reinem Alkohol aufgespritet war, sodass er zu einem süßen Bitter wurde. Das waren keine Mettypen, die viele der neuen dänischen Metbrauer, deren Produkte man heute kaufen kann, in irgendeiner Weise ansprachen. Daher findet man heute bei einer Reihe professioneller und Hobby-Metbrauer viele spannende und schmackhafte Metvarianten im Spektrum von Cyser, Melomel und Metheglin. Das ist auch sehr sinnvoll, da wir damit die Rohstoffe nutzen, die direkt vor der Tür wachsen und einen besonderen lokalen Charakter haben.

Vielleicht überrascht es, dass es in Dänemark rund 15 professionelle, lebensmittelrechtlich zugelassene Metbrauer gibt, die alle hart daran arbeiten, tragfähige Metbrauereien aufzubauen. Es überrascht vielleicht auch, wie viele Metbrauer es auf Hobbybasis gibt; doch wenn man bedenkt, dass der Dänische Imkerverband 5.500 Mitglieder hat, die alle aktive Imker sind, und viele von ihnen ganz natürlich dazu übergehen, ein oder zwei Fässer aus ihrem überschüssigen Honig zu brauen, dann kommen wir auf eine große Zahl von Metbrauern in Dänemark. Daher fühlt es sich auch wie eine große Anerkennung an, dass Met nun offiziell als Weintyp erwähnt wird, der beim Verband Dansk Vin organisiert ist.