Dänemark ist ein Apfelland, und mit den vielen langen, hellen Sommernächten in Kombination mit nicht zu hohen Temperaturen erhalten die Äpfel eine lange Reifezeit, in der sich ein einzigartiger Geschmack und ein besonderes Aroma entwickeln können.
Es gibt eine Reihe alter dänischer Sorten, die sich gut für Cider eignen, u. a. Ingrid Marie, Bramley und Belle de Boskov. Außerdem wird am Pometet der Universität Kopenhagen daran geforscht, weitere alte dänische Sorten und ihre Aromaprofile im Hinblick auf Cider wiederzuentdecken. Sorten, die sowohl sortenrein als auch im Blend mit klassischen Cidersorten aus England und Frankreich verwendet werden können.
Die gute dänische Tradition der Herstellung von Cider und Apfelwein geriet nach dem Zweiten Weltkrieg fast in Vergessenheit, doch glücklicherweise wurde sie von standhaften Privatpersonen fortgeführt. Seit den 2010er-Jahren sind in Dänemark zahlreiche professionelle Ciderien entstanden, die Cider von hoher Qualität produzieren – meist auf Basis von Most aus der eigenen Plantage.
Die dänischen Ciderien sind typischerweise klein und handwerklich geprägt, mit kleinen Chargen und einer großen Variation hinsichtlich Geschmack und Stärke.
Dänischer Cider hat typischerweise einen Alkoholgehalt von 4–8 % und ist damit niedriger als Weine aus Trauben. In Dänemark werden die meisten Cider als Schaumcider hergestellt, im Gegensatz zu den großen Ciderländern wie England und Frankreich, wo man auch stillen Cider findet.
Cider gibt es in unzähligen Geschmacksvarianten, abhängig von Apfelsorte und Süßegrad: Einige sind ganz trocken, andere sehr süß; einige haben eine hohe Säure, während andere viele Tannine aufweisen. Das bedeutet, dass es immer einen Cider für jeden Anlass gibt. Manche eignen sich als leichtes Sommergetränk, während andere ein kräftiges Geschmacksprofil haben und sich gut zu einem guten Abendessen mit Schwein oder Lamm auf dem Teller eignen.
Cider wird als rein vergorener Apfelmost definiert, und man arbeitet mit einer Reihe von Kategorien:
Oechsle ist eine Maßeinheit für den Süßegrad
Der Cider kann still sein, also ohne Kohlensäure, oder mit Kohlensäure. Die Kohlensäure kann natürlich sein – entweder nach der Champagnermethode oder als Pet Nat, bei dem die Kohlensäure nach der Abfüllung in der Flasche entsteht – oder nach einer dritten Methode, bei der CO2 unter Druck zugesetzt wird.
Der Cider kann ein Blend sein, bei dem mehrere Sorten gemischt werden, oder ein Single Cider, bei dem nur eine einzige Sorte verwendet wird.